Die Sitzsack Füllung

Was ist eigentlich drin in den Sitzkissen? Warum umfließen Sitzkissen anschmiegsam jede Körperform, passen sich allen Bewegungen an? Was macht dieses typische Geräusch, wenn man sich in den Sitzsack fallen lässt, und wieso ist ein Sitzkissen immer genau richtig temperiert und gleichzeitig atmungsaktiv?

Die Antwort auf all diese Fragen sind die vielen winzigen Styroporkugeln, auch Polystyrol- oder EPS-Perlen genannt, die sich im Innern der Sitzkissen befinden. Aufgrund ihres geringen Durchmessers können die kleinen Perlen aneinander vorbeigleiten und ähneln in ihrer Eigenschaft den Molekülen in Flüssigkeiten, die keinerlei Widerstand aufkommen lassen. Denn auch die Sitzsäcke mit ihren Styroporkugeln erinnern an Fließbewegungen. Da Styropor auch als Isoliermittel benutzt wird, ist es daher auch nicht erstaunlich, dass sie schnell die Körpertemperatur annehmen, sie lange Zeit speichern und auch auf den Menschen zurückreflektieren. Genau aus diesem Grund vermittelt ein Sitzsack im Winter schnell Wärme und Behaglichkeit. Denn die Temperatur im Sitzkissen wird nicht nur in dem Styropor selber gespeichert, sondern gleichzeitig in den luftdurchlässigen Zwischenräumen.

Schon die Erfinder des ersten Bean Bag überlegten lange Zeit an dem optimalen Füllmaterial, bis sie es mit Styroporkugeln dann endlich fanden. Und bis heute sind die Polystyrolperlen die Sitzsack-Füllung der Wahl. Sie drücken sich nicht zusammen, sind federleicht und noch dazu preiswert. Da sie selbst für Lebensmittelverpackungen uneingeschränkt zugelassen sind, gelten sie als absolut unbedenklich für die Gesundheit.

So schwören die meisten Sitzsack Fans auf die EPS-Perlen (z. B. hier erhältlich), die auch bei der Wärmedämmung, der Isolierung und im Modellbau häufig zur Anwendung kommen. Einziges Manko ist die statische Aufladung, die allerdings nur dann zu einem Problem wird, wenn der Sitzsack undicht ist oder nachgefüllt werden soll. Denn es ist dann gar nicht so einfach, Herr über die herumrieselnden winzigen Styroporkügelchen zu werden. Am besten arbeitet man deshalb beim Befüllen der Sitzkissen zu Zweit und öffnet sowohl den Sitzsack als auch den Nachfüllbeutel nur minimal.

Neben den Styroporkügelchen werden Sitzkissen auch immer mal wieder mit Material gefüllt, das ähnliche Eigenschaften aufweist. So schwören umweltbewusste Menschen auf Körner und Kerne. Diese Sitzsack Füllungen sind zwar ökologisch gesehen ein hervorragender Ersatz für die Polystyrolkügelchen, sie sind allerdings auch wesentlich teurer. Außerdem sind sie etwas härter, weshalb sie sich besser für Nackenkissen als für ganze Sitzsäcke als Füllmaterial eignen. Denn genau das ist am Sitzsack ja der Vorteil gegenüber anderen Sitzmöbeln: Er drück nicht und schmiegt sich sanft dem Körper an.

Schaumstoff-Flocken werden ebenfalls häufig als Ersatz für Styroporkügelchen angeboten. Sie unterscheiden sich von den EPS-Perlen vor allem dadurch, dass sie nicht ihre Form halten, sondern sich zusammendrücken lassen. Es dauert dann einen Moment, bis sie ihr ursprüngliches Volumen wieder angenommen haben. Das Sitzgefühl ist etwas anders als das in Sitzsäcken, die mit Styroporperlen befüllt sind. Damit die Sitzeigenschaften sich nicht verschlechtern, sollte auch ein mit Schaumstoff-Flocken befüllter Sitzsack zusätzlich Styroporperlen enthalten. Ohne die EPS-Perlen wäre der Sitzsack nicht so stabil und auch wesentlich schwerer. Allerdings müssen mit Schaumstoff gefüllte Sitzkissen auch bei häufigem Gebrauch nicht so regelmäßig nachgefüllt werden, da das Volumen sich im Laufe der Zeit kaum verringert. Denn, im Gegensatz zu Styroporkügelchen, nutzt sich der Schaumstoff nicht so leicht ab. Polystyrolperlen hingegen reiben sich aneinander ab, wobei ein gefüllter Sitzsack an Volumen verliert.

Von der Idee, einfach alte Kleidungsstücke und Stoffreste als Füllmaterial für den Sitzsack zu benutzen, ist eher abzuraten. Denn erstens ist das Liegegefühl ein ganz anderes – die Stoffe drücken sich einfach platt und ändern nicht fließend ihre Form, sondern müssen immer wieder aufgeschüttelt werden; und zweitens sind sie nicht so atmungsaktiv wie Styroporkugeln, die sehr leicht trocknen und schnell einen Luftaustausch schaffen.

Wer auf der Suche nach Styroporkugeln und Mikroperlen ist, beispielsweise weil durch häufige Nutzung der Sitzkissen die EPS-Kügelchen leicht an Volumen verloren haben, der wird im Internet meist schnell fündig. Hier werden Nachfüllbeutel in verschiedenen Größen angeboten.

 

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